Nach Reglerausfall + Rücktransport Hinterrad schwergängig

  • Hallo liebe Gemeinde,


    mich hat der Reglerwurm leider auch am letzten Oktober Wochenende bei 17040km erwischt.


    Die Maschine stand jetzt eine Woche in der nächstgelegenen Werkstatt bis die Versicherung den Rücktransport organisiert hatte. Gestern Abend, als es schon stockdunkel war, kam sie bei strömendem Regen auf einem LKW verladen bei uns an. Heute bei Tageslicht musste ich nun feststellen, dass die Frontmaske vorne im Übergang zur Seitenverkleidung, scheinbar durch das Verzurren, etwa 6cm weit eingerissen ist.


    Viel seltsamer finde ich allerdings, dass sie sich schieben lässt wie ein Panzer. Ich dachte erst an einen platten Reifen, da ich mir da eine kleine Scherbe eingefahren hatte aber der Druck ist mit 2,3bar zwar etwas niedrig aber nicht so, dass man es beim schieben merken sollte. Also ab auf den Hauptständer und siehe da, das Hinterrad ist richtig schwergängig.


    Eigentlich fallen mir nur 3 mögliche Ursachen ein: Bremse macht nicht ganz auf, Hinterradlager ist schwergängig oder Getriebeausgangswelle ist schwergängig (es macht keinen Unterschied ob Kupplung gezogen ist oder nicht).


    Habt ihr noch eine Idee woran es liegen könnte und ob ich das der Versicherung zusammen mit dem Riss in der Verkleidung auch gleich melden soll? Denn das war definitiv nicht so, als sie vom Pannendienst aufgeladen wurde.


    Aus dem Bauch raus, würde ich jetzt erstmal den Bremssattel abbauen um die Hinterradbremse komplett ausschließen zu können. Irgendwelche Einwände oder besseren Ideen?


    Der Lima Stator scheint auch was abbekommen zu haben. Habe heute mal gemessen und die einzelnen Spulen haben nur 0,1 - 0,2 Ohm (0,4 - 0,6 sollen es laut WHB sein). Klingt unwahrscheinlich aber könnte es sein, dass das Motoröl mit Schwebstoffen aus dem Isolationsmaterial der Spule verunreinigt ist und deswegen vielleicht die Ausgangswelle schwergängig ist? Ich habe noch nicht versuchen können sie zu starten, da die Batterie immer noch am Ladegerät hängt.


    Gruß Dirk :cry:

  • Moin,


    wenn Du das der versicherung melden willst,
    1. sofort melden
    2. nichts ändern
    3. evtl. Zeugen anschauen lassen und Fotos machen


    Hoffe das wird alles geregelt.
    Obwohl schwergängiges H-Rad durch Trsp, sehr unwahrscheinlich


    VG
    Matti

  • Also den Riss in der Verkleidung habe ich bereits telefonisch gemeldet. Das Ganze soll ich jetzt noch mal schriftlich mit Bildern und einer Schätzung der Schadenshöhe melden und am Motorrad nichts machen bis das geklärt ist. Der letzte Punkt stört mich am meisten, da ich das mit dem Hinterrad gerne abgeklärt hätte.


    Was das angeht - eigentlich würde ich es nicht melden wollen, da ich einen Transportschaden hier auch für unwahrscheinlich halte. Aber seltsam ist es irgendwie schon.


    Da die Hinterradbremse wohl der wahrscheinlichste Verursacher ist - was könnte denn bewirken, dass die Hinterradbremse nach 1 Woche Standzeit nicht mehr richtig aufmacht? Ich hab sie von der Werkstatt etwa 200m nach Hause geschoben bzw. ein Stück weit den Berg runter rollen lassen. Das sollte ja eigentlich ausreichend sein, um den Kolben wieder zurückzudrücken. Aber nein, sie ist immer noch schwergängig.

  • RST_Freak


    Lass' die Finger vom Hinterrad! Egal, ob du das "abgeklärt haben willst" oder nicht!


    DieSchäden meldest du der Versicherung. Eventuel hat das Hinterrad beim Aufladen (Runtergefallen?) einen Schlag bekommen.
    Kann auch GOTTWEISSWASSONST sein. Lass' das die Versicherung klären. Wenn ein Gutachter kommt, wird er die Ursache finden oder von einer authorisierten Werkstatt finden lassen.


    Gehst du selber dran, hast du mit Zitronen gehandelt!


    Meine - wie immer unmaßgebliche - Meinung.

    Gruß / Peter


    Oben fit und unten dicht - so fürcht' ich auch das Alter nicht!

  • Hallo,


    Wer weiß was der gute schlaue Abschlepperheini da gemacht hat... wer ein Motorrad so verzurrt, dass offensichtlich die Verkleidung beschädigt wird, diese Beschädigung dann nicht meldet, der zieht hinten vielleicht auch einfach einen Gurt durchs Rad über die Schwinge und den Bremssattel...da sind dann die Führungen krumm und schon verkanten die Beläge...


    Also geduldig Finger von lassen und zur Not am Ende vom Gutachter klären lassen.


    Gruß
    Robin

  • Ihr habt wahrscheinlich Recht. Am Ende ist es vielleicht nur eine Kleinigkeit aber wenn es doch was größeres sein sollte, würde ich wahrscheinlich meckern wie ein großer, weil es dann keiner mehr regulieren würde. Habe jetzt beides der Versicherung gemeldet und meine Frau gebeten mir auf die Finger zu hauen, wenn ich dem Motorrad zu nahe trete. :prohibit:



    Eine gute Nachricht gibt es allerdings trotzdem. Nachdem die Batterie seit gestern Vormittag am Tropf des Ladegeräts hing, springt die Lady nun auch wieder sauber an. Die Gelegenheit habe ich mir nicht nehmen lassen um mein Regler Problem schnell noch ein bisschen weiter einzugrenzen.


    Und siehe da: Die einzelnen Statorwicklungen bringen jeweils eine Spannung von ungefähr 14,5 - 15 V im Leerlauf und etwa 24 - 25V bei etwas über 2000 Umdrehungen. Damit hätte ich nach den schlechten Werten bei den Widerstandsmessungen nicht gerechnet. Hab ich dabei einen Messfehler gemacht oder ist der Widerstand der Spulen garnicht so aussagekräftig ? Wobei ich die Messung jetzt noch mal wiederholt habe und nach wie vor nur auf Werte zwischen 0,1 und 0,2 Ohm komme. Einen Masseschluss hat übrigens keine der Spulen, das hatte ich gestern vergessen dazu zu sagen.


    Danke schon mal, auch für die mahnenden Worte ! :top:


    Gruß Dirk

  • Kann mich erinnern, dass bei meinem Lima-Regler-Batterie-Problem, ähnliche Werte auftauchten!
    Wenn alle drei Spulen die gleiche Leistung bringen und die Widerstandsmessung gegeneinander auch gleich sind, sollte der Stator ok sein!
    0,2 Ohm ist übrigens auch in Ordnung! Hatte ick auch ermittelt und der Stator arbeitet immer noch im Mopped!


    Wie alt ist denn die Batterie?
    Springt die Mokete morgen auch noch an, ohne dass nachgeladen wird?


    Wenn ja tippe ick auf den Regler!


    entspannteGrüssse Michael

  • Du sollst doch nichts dran machen !:grumble:

    Das Leben ist kurz, weniger wegen der kurzen Zeit, die es dauert,
    sondern weil uns von dieser kurzen Zeit fast keine bleibt, es zu genießen.

  • Ich hab doch gar nichts gemacht. Nur mal kurz zwei Messspitzen drangehalten. :whistle:


    Wie auch immer, ich habe jetzt Antwort bekommen. Der Riss an der Verkleidung wird übernommen da die Bilder die Vermutung soweit stützen, dass davon ausgegangen werden kann, dass es so wie vermutet abgelaufen ist. Die Geschichte mit dem Hinterrad wird allerdings abgelehnt, da dieser Schaden beim Transport nicht hätte passieren können. Ich bin geneigt dem in soweit zuzustimmen, dass weder an der Heckverkleidung oder dem Rahmen, dem Reifen, der Felge, der Schwinge, dem Bremshebel oder dem Gestänge, den Leitungen, der Bremsscheibe oder dem Sattel irgendetwas zu sehen ist. Irgendwo müsste ja erstmal Kraft einwirken um da etwas zu beschädigen und das müsste man meiner Meinung nach sehen können.



    Stattdessen habe ich noch ein bisschen das Internet bemühnt und zwei Verdächtige ausgemacht.


    Ich habe von mehreren Fällen gelesen, in denen die Hinterradbremse im normalen Fahrbetrieb nicht richtig aufgemacht hat und so teilweise schon nach 4 bis 5000km neue Bremsbeläge fällig waren. Teilweise ging dieser Verschleiß so schnell von statten, dass die Bremsscheibe gleich mit gewechselt werden musste. Das war letztendlich ja auch mein erster Eindruck beim drehen des Rades von Hand.


    Des Weiteren ist bei dem KM Stand (17000) auch bald die Schmierung des Hinterradlagers dran, welches ja gerade in den ersten Baujahren ziemlich viele Probleme mit Lagerfraß hatte, weil von Werk aus zu wenig Fett benutzt wurde. Ob meine ST (BJ 2005) hier überhaupt schon mal nachgefettet wurde, kann ich leider nicht sagen, da sie nur bis zur 10000km Inspektion Scheckheftgepflegt ist. Danach ist sie 7 jahre lang fast nicht mehr bewegt worden, bis ich sie letztes Jahr mit ~ 11000km gekauft habe. Und bei der Übergabe wurde auch nur eine Jahresinspektion mit Bremsflüssigkeitswechsel gemacht. Ich glaube zwar nicht, dass das die Ursache meines aktuellen Problems ist (das Lager würde ja eher im Betrieb festfressen als wenn es gemütlich draußen rumsteht) aber das werde ich diesen Winter auf jeden Fall unabhängig davon klären.


    Tja, was also (immer noch) als einziger Verursacher übrig bleibt, ist die Bremse. Sobald abgeklärt ist, wie das mit der Verkleidung abzulaufen hat, mache ich mich also da dran.


    Gruß Dirk

  • Hallo Dirk,


    also ich tippe da eher auf das Hinterradachslager....warum.....letztes Jahr habe ich mir eine ST mit gerade mal 9400 Km gekauft....dacht mir damals bei dem Km-Stand müsste ja alles Ok sein....dachte ich....
    Also kaufte ich die ST ohne Probefahrt, erst im Urlaub konnte ich sie ein wenig testen, wenn man das so nennen kann, habe damals 800 Km am Garda See abgespult ohne etwas zu merken.
    Nach dem Urlaub ging die Lady zur " Durchsicht" und dabei wurde ein defektes Hinterradachslager fest gestellt (bei knapp 11.000 Km), ebenso war das Lenkkopflager auch defekt und da die Gabel eh draußen war (Wilbersgabelfedern) lies ich es natürlich mit machen, wenn man schon dabei ist.


    Was auch sein kann...schau doch mal ob Zuviel Bremsflüssigkeit im Behälter ist :whistle:, dadurch wird ständig druck auf die Bremskolben ausgeübt, wäre die günstigere Variante :nod: und wenn Du schon dabei bist, schau nach ob die Bremskolben leichtgängig sind.....ansonsten sauber machen.


    Gruß Dirk und viel Erfolg :top:, nach soviel Pech :sad:.

    Viele Grüße von der Bergstrasse :bw: , nähe "VETTELHEIM" :pokal:2010 :pokal:2011:pokal: 2012 & :pokal:2013 ! ! !

  • So, die Vermutung hat sich bestätigt. Nach Abbau des Bremssattels lässt sich das Hinterrad vollkommen frei drehen.



    Die Bremsbeläge sind gleichmäßig auf 1,1 bis 1,2mm runtergefahren (1,5mm ist das Wechsellimit) und die Kolben des Bremssattels haben Rostpickel auf ihrer Lauffläche. Ich habe die Kolben vorsichtig mit Schleifvlies abgeschliffen, allerdings ist der Rost bereits durch die komplette Chrombeschichtung bis aufs Grundmaterial durchgedrungen. Wenn man mit dem Fingernagel drüberfährt, merkt man zwar keine spürbaren Kanten mehr allerdings scheinen die Dichtringe bereits gelitten zu haben. Die Kolben sind teilweise nur extrem schwer zu bewegen. Sind sie einmal in Bewegung geht es deutlich leichter, nach kurzer Wartezeit in einer beliebigen Stellung geht es allerdings wieder schwer. Dementsprechend werde ich mir mal einen Reparatursatz für den Bremssattel ordern und das ganze neu machen. Ich schaffe es gerade nicht Bilder einzufügen, die reiche ich bei Interesse aber gerne nach.



    Nach einem ewigen Kampf mit der Quetschmutter auf der Kettenradseite, habe ich jetzt auch einen ersten Blick auf die Hinterachslager werfen können. Sowohl das Nadellager als auch die Doppelkugellager drehen frei, liegen noch schön im Fett und zeigen keine Anzeichen von Korrosion, Druckstellen, Riefen oder ähnlichem. Wenn sich die restlichen Lager genauso gut zeigen ist von der Seite also alles in Ordnung.



    Hat jemand im Raum Frankfurt / Wiesbaden zufällig einen originalen oder selbstgebauten Abzieher für die Buchse der Zugstrebe bzw. das Triumph Werkzeug zum Ausbau der Spindel an der Schwinge ?



    Gruß Dirk

  • Hallo Dirk,


    finde ich Super, wie Du die Sache angehst :top:.
    Aber wie das so ist...Bilder sagen manchmal mehr als Tausend Worte und es zeigt mal wieder das man eine "Glaskugel" braucht um den richtige Tipp zu geben, wenn man eben keine Bilder hat.


    In diesem Sinne, halte uns weiter auf den laufenden :nod:.


    Viele Grüße Dirk....der leider keinen Abzieher für solch eine Arbeit hat :sad:.

    Viele Grüße von der Bergstrasse :bw: , nähe "VETTELHEIM" :pokal:2010 :pokal:2011:pokal: 2012 & :pokal:2013 ! ! !

  • Hi Dirk,
    wegen dem Werkzeug gibt es auch eine Forumslösung: klick


    viel Erfolg:top:

    Ich habe mir meine Meinung gebildet, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen!

  • Guten Morgen,


    ich wollte euch noch mal ein kleines Update geben. Die Umlenkung ist soweit zerlegt und gereinigt. Ein Bekannter hat mir einen Abzieher für innenliegende Lager ausgeliehen mit dem es gut funktioniert hat. Dazu habe ich in einen alten Radbolzen (Radmuttern und Schrauben fürs Auto haben zufälligerweise die richtige Größe) eine Querbohrung gesetzt und zwei Schlaufen 4mm Stahlseil, dass ich noch herumliegen hatte, durchgesteckt und diese auf beiden Seiten des Griffs des Abziehers gelegt. Das ergibt eine gute Verbindung und reicht völlig um die Kraft des Abziehers gleichmäßig auf die Buchse zu übertragen. Die Buchse hat sich leider trotzdem so gewehrt, dass ich die Schwinge mit einem Brenner erwärmen musste. Zusätzlich noch viel WD40 drauf und schwups war sie draußen. Die Simmerringe sind durch das Erwärmen leicht angeschmort aber die gibt es für kleines Geld bei agrolager.


    Momentan warte ich auf das Werkzeug zum Ausbauen der Schwinge, damit es weitergehen kann. Habe es aus England (eBay Shop von turbosuzukis - wärmstens zu empfehlen, Antworten auf meine Anfragen innerhalb von wenigen Minuten und dabei noch sehr hilfsbereit !) bestellt nur GLS hat es nun im Depot in Mainz Hechtsheim verloren. Seit Dienstag Morgen ist es nicht mehr gesehen worden und GLS stellt sich quer hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Jetzt hat GLS 20 Tage Zeit das Päckchen wieder zu finden, ansonsten bekomme ich ein neues.


    Demensprechend paussiert die Arbeit an der Schwinge jetzt erstmal und ich widme mich der Kontrolle des Ventilspiels. Beim Ausbau der Airbox ist mir bereits aufgefallen, dass die äußeren Einlassventile der Zylinder 1 und 3 wesentlich verrußter sind als ihre Nachbarn von daher befürchte ich, dass diese zu wenig Spiel haben. Der Luftfilter war übrigens auch komplett mit schwarz, öligen Ablagerungen zugesetzt.


    Ich werde berichten.... :top:


    Gruß Dirk

  • Ich hab's mal wieder nicht abwarten können und hab die Schwinge ohne das Spezialwerkzeug ausgebaut. Bis es an die Montage geht hat GLS es hoffentlich gefunden, damit Spann- und Sicherungsring mit dem richtigen Drehmoment festgezogen werden können.


    Auch diese beiden Lager sehen zum Glück noch gut aus - ABER: Der innenliegende Wellendichtring am Nadellager ist verkantet eingebaut gewesen und hat bereits etwas Dreck durch den Wartungsdeckel auf der Stirnseite der Schwinge hereingelassen. Ich vermute, dass die Lagerbuchse mit etwas zu viel Gewalt eingeführt wurde und dabei den Dichtring von seiner Position weggedrückt hat. Eigentlich wollte ich alle Dichtringe austauschen aber genau dieser lässt sich leider nicht ausbauen ohne das Nadellager auszupressen. Ich wüsste zumindest nicht wie ich das anstellen soll, ohne etwas kaputt zu machen. Er sieht nach der Reinigung aber zum Glück noch ganz gut aus und ließ sich mit viel Gefühl zurück ans Lager drücken. Dafür musste zwar das gegenüberliegende Rillenkugellager raus aber das ging sehr gut und ohne es zu zerstören mit der Hülse und der Lagerbuchse, die in dem Moment sowieso vor einem liegen. Bei ausgebautem Rillenkugellager kann man die Lagerbuchse übrigens auch durch den vorderen Wartungsdeckel von innen einschieben und so verhindern, dass der Dichtring vom Nadellager weggedrückt wird.


    Also bei der Wartung der Schwingenlager schön aufpassen, dass der Ring da ist und da bleibt, wo er hingehört - schön press am Lager. :top:


    Gruß Dirk



    Auf dem Bild des Teilekatalogs ist das der linke Dichtring mit der Nummer 6.


    https://www.triumphworld.de/im…popup_images/115087_0.jpg