Hallo zusammen!
Wie angekündigt, soll hier die Umrüstung unserer Maschinen auf die H7 LEDs von Osram dokumentiert werden.
Hintergrund ist eine Anfrage bei Osram, um unsere 1050er Sprint in die Freigabeliste von Osram zu bekommen.
Die Umrüstung von den originalen Glühfaden Birnen auf moderne LEDs ist ein viel diskutiertes Thema, wobei bei den meisten von uns ein anständiges Licht im Vordergrund steht. Dabei sollte vor allem das Fernlicht seinem Ruf endlich gerecht werden. Mit der originalen Glühfaden Birnen ist das Fernlicht ein schlechter Witz.
In den Anfangszeiten des Forums wurden die Lampen auf Xenonlicht umgebaut und sogar vom TÜV abgesegnet. Das ganze war aber mit einem irren Aufwand verbunden und man muss den damaligen Protagonisten auch heute noch höchsten Respekt für ihr damaliges Engagement zollen, Hut ab! Mehr dazu hier noch mal zum Nachlesen:
ich habe mal eine Frage:
Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit den Osram Silverstar gemacht?
Hier 2 Links zum Thema:
http://shop.osram.ch/downloadc…Name=Automobilbeleuchtung (Was für ein Lampentyp sind sie öffnen, Seite 5)
und
http://www.osram.de/produkte/a…l/upgrade/silverstar.html
Habe mir überlegt ev. solche zuzulegen.....
Habe aber auch mal etwas in einer Fachzeitschrift von spez. Leuchtmitteln für Motorräder gesehen - Motovision o.ä. heissen die - kennt die jemand???
…
In der heutigen Zeit beherrschen LEDs die meisten Lampengehäuse. Lichtausbeute, Langlebigkeit, geringerer Stromverbrauch und der einfache „Plug & Play“ Austausch sprechen ganz klar für eine Umrüstung…….
Wenn da nicht das Problem mit dem Erlöschen der Betriebserlaubnis wäre. Denn der Haken bei einer Umrüstung auf LEDs ist ganz einfach der, dass die Umrüstung eine Änderung an einem Bauteil des Fahrzeuges ist, die eine Freigabe vom Kraftfahrtbundesamt mit einer „allgemeinen Betriebserlaubnis“ (ABE) oder eine Eintragung beim TÜV braucht, um damit legal am Straßenverkehr teilnehmen zu können.
Die Werbung von verschiedenen Herstellern mit dem Slogan „im Straßenverkehr zugelassen“ trifft nämlich nur dann zu, wenn das entsprechende Fahrzeug in der vom LED Hersteller herausgegeben Kompatibilitätsliste aufgenommen ist. Insofern ist die Werbung sagen wir mal „irreführend“ und kann unter Umständen zu einem bösen Erwachen beim nächsten TÜV Termin, in der nächsten Rennleitungskontrolle oder im schlimmsten Fall bei einem Unfall führen. Braucht kein Mensch, will niemand haben!
Der eine oder andere hat schon auf LEDs von verschiedenen Herstellern umgerüstet und konnte ein wesentlich besseres Licht attestieren. Was auch kein Wunder ist, bedenkt man die miserable Ausstattung werkseitig. Okay, ändern wir „miserable“ in „nicht mehr zeitgemäße“.
Das schlechte Gewissen fährt dann beim einen mehr, beim anderen weniger mit. Das sollte man ändern können.
Daneben stellte sich heraus, dass die angebotenen LEDs von der Länge her ein Problem darstellten, weil der Kühlkörper hinten in den meisten Fällen dazu führte, das der ganze Umbau dann an Platzmangel scheiterte oder dass die Abschlusskappen zerschnitten oder ganz weggelassen werden mussten. Auch keine Lösung im Sinne des Erfinders (des Scheinwerfers).
Weiterhin kam dazu, dass die LEDs ein Anschlusskabel haben und das dann auch noch irgendwie irgendwo im Cockpit verlegt und vor allem untergebracht werden musste. Ein weiterer Minuspunkt und nix „Plug &Play“!
Im oben genannten Thread war dann plötzlich von der Osram Night Breaker „SPEED“ H7 LED die Rede, wobei die vom ersten Eindruck her als eine wirkliche Option von „Plug & Play“ erschien. Weil bei der nämlich der ganzen Zirkus mit Kabel verstauen und Kappen modifizieren wegfallen sollte.
Deshalb habe ich eine Anfrage bei Osram gestellt, ob unsere Maschinen nicht auch in ihre Liste aufgenommen werden können. Nach einer gewissen Wartezeit meldete sich dann wider Erwarten tatsächlich ein Mitarbeiter von Osram bei mir, hat sich unser Anliegen angehört und mir die weitere Verfahrensweise erklärt. Ist auch im o.g. Thread nachzulesen.
Aber jetzt genug gesülzt und zum eigentlichen Thema:
Wie aufwändig ist das ganze Unterfangen?
Bis auf das Fernlicht ist es mega einfach und in einer Stunde erledigt. Vorausgesetzt man hat nicht zwei linke Hände oder fünf Daumen an jeder Hand.
Als erstes habe ich die oberen Innenverkleidungen links und rechts in der Verkleidung ausgebaut, um Platz für die Bilddokumentation zu machen. Danach musste die Scheibe runter und die drunterliegende Abdeckung raus, damit man von hinten an die Armaturen ran kommt. Dazu die beiden Plastikschrauben links und rechts hinten an der Scheibe lösen und ausbauen, Scheibe nach hinten aus den Aufnahmen ziehen und an einen sicheren Platz weglegen. Bei Scheiben aus dem Zubehör oder späten Modellen sind in der Regel sechs Schrauben auszubauen.
Sollte dann so aussehen:
Rot eingekreist sind die Schrauben für die Abdeckung unter der Scheibe. Diese lösen und ausbauen.
Danach geht’s an die Instrumente, die mit zwei Sicherungsclipsen gehalten werden. Wir reden von denen:
Die Clipse unten anheben und nach oben abziehen (nicht fallen lassen, ist ne nervige Sucherei hinter der Verkleidung oder auf dem Boden)
Dann die Instrumenteneinheit vorsichtig nach hinten drücken und dabei drauf achten, dass die unteren beiden Zapfen nicht abgebrochen werden. Beim Zusammenbau schmiere ich die mit handelsüblichem Armaturenfett aus der Sanitärabteilung vom Baumarkt. Flutscht dann super und pflegt die Gummiaufnahmen.
Wenn die Instrumente dann hinten sind, muss der Stecker gelöst werden. Dazu die Gummitülle vom Stecker abziehen. Der Stecker hat oben eine kleine Nase, die nach unten gedrückt wird, um den Stecker zu entriegeln.
Der hier:
Instrumente auch sicher weglegen und die Verbindungsstecker zu den beiden Blinkern trennen. Dann den ganzen Kabelbaum nach unten unter die Kanzel rausziehen, um Platz zu schaffen (wird gleich bitter nötig, wenn es an den mittleren Scheinwerfer geht!).
Ich hab am linken Scheinwerfer angefangen. Die Abdeckkappe vorsichtig nach hinten abziehen. Ist fummelig, weil das Kabel durch die Kappe geht, aber mit Geduld zu bewerkstelligen.
Dann den Stecker von der Birne lösen.
Je nach dem, wie lange der schon nicht mehr abgezogen wurde, kann es sein, dass der schwer runter geht. Dann zuerst WD 40 oder ein anderes Kriechöl drauf und kurz warten, bis das Öl eingedrungen ist und gewirkt hat. In der Zwischenzeit Kippchen rauchen, Käffchen saufen, Bierchen trinken, lasst euch was einfallen…..
Unter gar keine Umständen wie ein Ochse am Kabel rumzerren ohne die Birne zu fixieren, wenn der Stecker klemmt!
Das löst weder bei der Feder noch dem Gehäuse Begeisterungsstürme aus, sondern wird in der Regel mit Bruch oder Biegung quittiert, was beim Zusammenbau wiederum zu Gotteslästerung vom schlimmsten führt. Dann seid ihr wieder mal ganz vorne beim Pastor, Pfarrer, Imam, Rabbi oder der Nachbarschaft, wenn euch einer von denen zuhört. Nicht gut!!!
Wenn der Stecker abgezogen ist, wird die Sicherungsfeder gelöst. Weil die meisten das nicht jeden Tag machen, hier ein Bild von der Seite, damit man weiß, wie die Feder zu lösen ist.
Den unteren Teil zuerst nach vorne, dann nach unten drücken und dann loslassen, den oberen nach vorne und dann nach oben drücken und loslassen. Wenn beide los sind, die Feder nach hinten und seitlich wegschenken. Dann kann die Birne aus dem Gehäuse gezogen werden.
Wenn die neue LED eingesetzt wird, ist darauf zu achten, dass die Nase am Gehäuse nach OBEN zeigt und in die Aussparung am Gehäuse zentriert zum Liegen kommt!
Hier ein Bild, wie es NICHT aussehen sollte. Die Nase ist zu weit links in der Aussparung. Ich hab’s erst gesehen, als ich die Bilder runtergeladen habe. Da muss ich nochmal ran und korrigieren.
Wenn ihr soweit seid, macht einen Test, ob die LED leuchtet und die Polarität stimmt! Blöd wäre es, wenn der Stecker falsch rum drauf ist und nach dem Zusammenbau eine Leuchte deswegen nicht brennt.
Danach Feder drauf, Kappe drüber und zum nächsten Patienten. Macht den anderen Abblendscheinwerfer als Nächstes, weil der ähnlich zu behandeln und auch schnell fertig ist.
Der Fernlichtscheinwerfer ist im Gegensatz zu den beiden äußeren dann die größte Herausforderung, weil da kaum Platz ist und dadurch das Ganze zu einer wahnsinnigen Fummelei ausartet. Also Türen und Fenster schließen! Was ihr jetzt von euch geben werdet, ist für die oben schon genannte Zuhörerschaft der sichere Grund für einen Kolbenfresser im Kardiosystem. Deshalb ab und zu Kippchen, Käffchen, Bierchen etc. Ihr wisst was ich meine.
Wenn der letzte von den drei Leuchtern mit neuem Leuchtstoff besetzt ist, erfolgt der restliche Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge.
Danach sollte man aber auf jeden Fall noch die Leuchtweiten kontrollieren und gegebenenfalls justieren. Das kann man in jeder KFZ Werkstatt machen (lassen). Alternativ könnt ihr euch vor der Umrüstung aber auch Markierungen für die jeweiligen Scheinwerfer an eine Wand machen und euch dann daran orientieren und die Scheinwerfer einstellen. Da ist natürlich Voraussetzung, dass die mit den originalen Birnen auch korrekt eingestellt waren.
Wenn es am mittleren Scheinwerfer mehr Platz zum wechseln hätte, wäre die ganze Aktion in einer halben Stunde über die Bühne gegangen. Spezialwerkzeug braucht man keines. Auch war es nicht nötig, irgendwelche Sachen zu modifizieren (Staubkappen) oder zusätzlich ein- oder anzubauen (Widerstände, Relais). Die Elektrik funktioniert so wie sie vor dem Wechsel funktionierte. Ich will jetzt keine Werbung machen, aber so stelle ich mir „Plug &Play“ vor. Respekt!!!
Hier noch ein paar Bilder
Lichtfarbenunterschied; links LED, rechts H7 Glühfadenbirne
Abblendlicht mit Speed
Fernlicht mit Speed
Die Standlichtbirne werde ich bei Gelegenheit auch noch gegen eine LED tauschen. Dann passt die Farbe auch da.
So, habe fertig, Flasche leer!
Ich hoffe, ihr könnt damit was anfangen, wenn ihr mal eine Birne wechseln müsst oder auf LEDs umrüsten wollt. Die Doktorarbeit für Osram mach ich die Tage noch fertig und dann gilt Daumen drücken, dass alles mit der Abnahme und Genehmigung klappt.
Erleuchtete Grüße vom See