Mahlzeit Gemeinde,
mir ist letzte Woche wieder ein Tiger zugelaufen, den ich erstmal als Zweitfahrgerät zur Sprint nutzen möchte, damit die alten Knochen ein bisschen entspannter auf langen Strecken unterwegs sind.
Ist ein 2003er Modell mit 72.000 km auf dem Tacho und steht ausnahmsweise mal gepflegt da (die drei anderen Tiger, die ich in der Vergangenheit hatte, waren eher Streunerkatzen).
Bei der Inspektion nahm ich die Kette ins Visier, da die leider ziemlich verkleistert aussah. Grund des „Übels“ war ein montierter Scott Oiler. Der/die Vorbesitzer dachte/n sich wohl, dass damit der Kette bequem was Gutes getan wird, wenn für Dauerschmierung gesorgt ist, ohne dauernd die Kettenspraydose spazierenfahren und unterwegs damit rumfuchteln zu müssen. In der Theorie ist das auch durchaus der Fall, aber in der Praxis ist damit auf Dauer auch ein wenig Arbeit verbunden.
Kettenöler verwenden zwangsläufig ein ziemlich zähes Öl, weil das ja nicht gleich bei der ersten Vollgasfahrt von der Kette in allen Richtungen und vor allem nicht auf den Hinterreifen verteilt werden soll. Deswegen „klebt“ das Zeug auch ganz ordentlich und hält bei guter Einstellung auch die hintere Felge recht sauber.
ABER:!
Selbst wenn der Öler gut eingestellt ist, wird immer ein Teil des Öles von der Kette weggeschleudert, vorzugsweise da, wo die höchsten Fliehkräfte walten. Und das ist im Bereich des Ritzels.
Beim Tiger war da offensichtlich die letzten Jahre keiner mehr dran und hat sich die Mühe gemacht, den gesammelten Sabber wegzumachen
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Unglaublich, was sich da alles angesammelt hat!
Wobei ich sagen muss, dass es bei Maschinen, die ohne Öler fahren und deren Kette mit Kettenspray gepflegt wird, auch nicht viel besser aussieht, wenn man nicht ab und zu mal den Deckel runternimmt und sich die Mühe macht, den Schmodder zu entfernen .
Sowohl beim Öler, als auch beim Kettenspray sollte man aber nicht nur da vorne nach dem Rechten schauen, sondern die Kette selbst hin und wieder reinigen. Fett und Öl haben nämlich die unliebsame Eigenschaft, Sand, Dreck und Staub wie ein Magnet zu fangen. Dadurch bildet sich eine zähe Pampe, die im Extremfall die Glieder nicht mehr schmiert, sondern eher „verriegelt“! Das sieht man, wenn die Glieder sich nicht mehr richtig bewegen können und die Kette Kinken hat.
Die Pampe hat darüber hinaus auch noch die Eigenschaft, wie ein feines Schleifmittel zu wirken. Ritzel, Kettenrad und die Rollen der Kette werden dadurch unnötigem Verschleiß ausgesetzt und nutzen sich deswegen schneller ab.
Tut euch also den Gefallen und macht die Kette ab und zu richtig sauber und schmiert nicht laufend immer mehr Spray oder Öl drauf, auch wenn es gut gemeint ist! 😉